Geschichtsverbund Thüringen
Arbeitsgemeinschaft zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

So, 02.10.2016., 16.00 Uhr  |  Vortrag und Zeitzeugengespräch

Vortrag und Zeitzeugengespräch zu den Zwangsaussiedlungen an der innerdeutschen Grenze vor 55 Jahren und der „Aktion Kornblume“ in Thüringen

Für ein dunkles Kapitel in der DDR-Geschichte stehen die Zwangaussiedlungen an der innerdeutschen Grenze. Ihren Höhepunkt fanden sie in der Aktion „Ungeziefer“ im Juni 1952 und der zentralen Aktion vom 3. Oktober 1961 vor genau 55 Jahren. Ihr Deckname im Bezirk Erfuret lautete „Aktion Kornblume“.

Bei der Aktion „Kornblume“ wurden aus dem Grenzgebiet des Bezirkes Erfurt 560 Menschen gegen ihren Willen aus ihrer Heimat in das Innnere des Bezirkes umgesiedelt. In der gesamten DDR verloren an diesem Tag 3.175 Personen ihre Heimat und wurden von ihren Familien und Freunden getrennt.

Einen Tag vorher, am 2. Oktober 1961, fand die Massenflucht aus Böseckendorf statt. Zuvor hatte es massiven Druck auf Landwirte gegeben sowie Gerüchte über mögliche Zwangsaussiedlungen. 53 Menschen aus Böseckendorf gelang es, sich einer bevorstehenden Aussiedlung durch die Flucht in die Bundesrepublik zu entziehen.

Herzlich laden wir Sie zu einem Vortrag und Zeitzeugengespräch mit der Präsidentin des Bundes der Zwangsausgesiedelten, Frau Marie-Luise Tröbs, ein.

Frau Tröbs erlebte als 10-jährige die Zwangsaussiedlung ihrer Familie am 3. Oktober 1961 aus dem thüringischen Geisa. Seit 2008 ist Frau Tröbs Präsidentin des Bundes der Zwangsausgesiedelten.

Die Veranstaltung findet in der Bildungsstätte am Grenzlandmuseum Eichsfeld statt.