Geschichtsverbund Thüringen
Arbeitsgemeinschaft zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

„Ausbruch, Durchbruch, Umbruch“ – Film- und Gesprächsreihe

Mit Unterstützung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur laden wir im Herbst 2020 zur Film- und Gesprächsreihe „Ausbruch (aus der Diktatur), Durchbruch (zur Demokratie), Umbruch (in einem Land)“ ein. Mit Spielfilmen, Reportagen und einem Animationsfilm werden wir die Zeit der Teilung Deutschlands sowie die Zeit nach 1990 beleuchten.

Der Auftakt der Filmreihe am 11. und 12. September findet als besonderes Highlight auf dem Außengelände am Grenzlandweg statt. Unter dem Schlagwort „Ausbruch“ werden zwei Filme auf die ehemalige Führungsstelle der DDR-Grenztruppen auf dem Pferdeberg projiziert, die sich mit Fluchten aus der DDR befassen.

Am Freitag, dem 11. September, stellt um 19:00 Uhr der Schriftsteller und Drehbuchautor Gregor Sander die Verfilmung seines Romans „Was gewesen wäre“ vor. Der Liebesfilm verknüpft die DDR-Geschichte des Jahres 1986 und die Gegenwart in Ungarn kunstvoll miteinander und bietet einen neuen Zugang zum Thema Flucht.

Zur zweiten Filmvorführung am Samstag, dem 12. September, die ebenfalls direkt am ehemaligen Todesstreifen stattfinden wird, kommt der DDR-Flüchtling Günter Wetzel ins Grenzlandmuseum. Der Zeitzeuge schaut mit uns die jüngste Kinoverfilmung seiner spektakulären Ballon-Flucht vom Sommer 1979 und vergleicht die filmische Darstellung mit den realen Ereignissen.

Unter dem Schlagwort „Durchbruch“ zeigen wir am 3. Oktober 2020 um 16 Uhr in der Bildungsstätte den Dokumentarfilm „Novembertage“ des preisgekrönten Regisseurs Marcel Ophüls vom Sommer 1990. Mit der Kamera und investigativen Gespür streifte Filmemacher Marcel Ophüls in den Monaten kurz vor der Wiedervereinigung durch die untergehende DDR, interviewte die Menschen auf der Straße, Grenzsoldaten, ehemalige SED-Funktionäre und Oppositionelle in dieser Zeit des Übergangs. Der Filmpublizist Ralph Eue ordnet den Dokumentarfilm „Novembertage“ in das Werk des preisgekrönten Regisseurs ein.

Am Sonntag, dem 4. Oktober laden wir zur Vorführung von „Fritzi – eine Wendewundergeschichte“ in die Bildungsstätte. Der Regisseur wird im Anschluss erzählen, wie aus dem Kinderbuch ein Trickfilm geworden ist.

Am 25. November haben wir den Bürgerrechtler und Bundesbeauftragen der Stasi-Unterlagenbehörde Roland Jahn zu Gast. Im dritten Teil der Filmreihe mit dem Titel „Umbruch“ stellt er seine TV-Reportagen über die juristische und gesellschaftliche Aufarbeitung der SED-Diktatur aus den frühen 1990er Jahren vor. Gerade die Beiträge der Sendung „Kontraste aus den frühen 1990er Jahren beschäftigen sich mit der juristischen, politischen und gesellschaftlichen Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Zum Abschluss geben am 10. Dezember die beiden Filmemacher Falko Korth und Thomas Riedel einen Einblick in ihre historischen Dokumentarfilme zur deutsch-deutschen Geschichte und sprechen in einem Hintergrundgespräch über das Thema Histotainment und über die Rolle von Fernsehen in der Erinnerungskultur.

Weitere Infos und Termine der Film- und Gesprächsreihe im Herbst 2020 finden Sie unter:

https://www.facebook.com/events/768704037278583/

Bei allen Veranstaltungen gelten aufgrund der Corona-Pandemie besondere Regeln. Dazu gehört, dass die Teilnahme nur begrenzt ist, eine Anmeldung ist erforderlich, Abstände müssen eingehalten werden.

Anmeldung unter: bildungsstaette@grenzlandmuseum.de

Die Film- und Gesprächsreihe wird mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert.