Geschichtsverbund Thüringen
Arbeitsgemeinschaft zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Sa, 11.11.2017., 19.00 Uhr  |  Lesung

Wolf Biermann „Warte nicht auf bessre Zeiten!“

Am 11. November 2017 findet um 19 Uhr die autobiografische Lesung „Warte nicht auf bessre Zeiten!“ von und mit Wolf Biermann in der Salvatorkirche Gera statt. Dazu laden der Verein Gedenkstätte Amthordurchgang, die Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. und der Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur herzlich ein.

 

Am 11. November stellt Wolf Biermann seine, im vergangenen Jahr erschienene Autobiografie „Warte nicht auf bessre Zeiten“ vor, in welcher er über sein bewegtes Leben zwischen Ost und West berichtet. Selten sind persönliches Schicksal und deutsche Geschichte so eng verwoben wie bei ihm. Er wurde 1936 in Hamburg geboren. Mit sechzehn ging er in die DDR, die er für das bessere Deutschland hielt. Als Liedermacher und Lyriker fiel er dort in Ungnade, erhielt Auftritts- und Publikationsverbot. Er galt als einer der führenden Dissidenten der DDR. Von seiner Ausbürgerung erfuhr er 1976 aus dem Radio, auf dem Weg nach Bochum zum zweiten Konzert einer Tournee durch Westdeutschland.

 

Eindringlich erzählt Biermann vom Vater, der als Jude und Kommunist in Auschwitz ermordet wurde und von der Mutter, die ihn aus dem Hamburger Bombeninferno rettete. Er berichtet vom väterlichen Freund Robert Havemann, mit dem er das Los des Geächteten teilte. Er führt uns in die absurde Welt der DDR-Diktatur mit ihren Auswüchsen, aber auch ihren täglichen Dramen menschlicher Widerständigkeit. Und er erzählt die Geschichten seiner in den Westen geschmuggelten, im Osten heimlich kursierenden Lieder, deren „Verskunst, robuste Rhetorik und gewaltige Sprachkraft“ Marcel Reich-Ranicki lobte. Bei aller Heftigkeit des Erlebten lesen sich Biermanns Erinnerungen wie ein Schelmenroman in bester schweijkscher Manier. Ein einzigartiges Zeitzeugnis.