Geschichtsverbund Thüringen
Arbeitsgemeinschaft zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Di, 28.11.2017., 16.00 Uhr  |  Führung und Lesung

Geschichte lesen – Öffentlichkeitsarbeit einer Geheimpolizei

„Geschichte lesen“

Die regelmäßige Veranstaltung gliedert sich in eine Archivführung und in eine thematische Lesung aus den Stasi-Unterlagen mit anschließendem Gespräch. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, einen Antrag auf Akteneinsicht zu stellen. Dafür ist ein gültiges Personaldokument erforderlich.

16.00 Uhr Archivführung

Im Archiv der Außenstelle Suhl des BStU lagern circa 3,8 km Unterlagen sowie etwa 1,3 Millionen Karteikarten. Sie stellen die bürokratischen Überlieferungen der Bezirksverwaltung sowie der acht Kreisdienststellen der Stasi im früheren DDR-Bezirk Suhl dar. Dieser Bestand gibt einen Einblick in verschiedenste Aspekte der vier Jahrzehnte andauernden SED-Diktatur. So dokumentieren die Stasi-Akten z.B. staatliche Willkür, Überwachung und Verrat, aber auch Bürgermut und Zivilcourage.

17.00 Uhr Thematische Lesung

Ein wenig bekanntes Thema ist die Traditions- und Öffentlichkeitsarbeit der Stasi. In 1950er und 1960er Jahren ging es darum, den Westen durch großangelegte Kampagnen zu diskreditierten. Später konzentrierte sich die Geheimpolizei auf Patenschaften und auf die Traditionspflege. Auch im damaligen DDR-Bezirk Suhl erhielt ein ausgewählter Personenkreis Zugang zu MfS-eigenen Ausstellungen. Das Suhler Stasi-Unterlagen-Archiv stellt im Rahmen seiner Veranstaltungsreihe „Geschichte lesen“ ausgewählte Unterlagen, Fotografien und Ausstellungstafeln zum Thema vor. Wie gestaltete sich die Traditions- und Öffentlichkeitsarbeit der Stasi? Womit wurde versucht, eine Verbundenheit des Volkes mit der Stasi zu schaffen?