Geschichtsverbund Thüringen
Arbeitsgemeinschaft zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Neue Ausgabe der „Gerbergasse 18“ zu 100 Jahren „Oktoberrevolution“ erschienen

Wie wichtig sind Gedenktage und historische Jubiläen für unsere Erinnerungskultur? Mit der sogenannten Oktoberrevolution vor hundert Jahren haben wir es besonders schwer. Weder die zeitliche Begrenzung auf die Ereignisse im Oktober 1917 noch die Einordnung als Revolution oder die verkürzte Deutung als Ursprung des Weltkommunismus sind hinreichend. Obwohl die „Große Sozialistische Oktoberrevolution“ zum ideologischen Kern des DDR-Geschichtsunterrichts gehörte, blieben oft nur Schlagworte hängen. Die Zeitschrift „Gerbergasse 18“ fragt deshalb nach Folgen und Wirkungen des „Roten Oktober“.

Das Heft 83 bietet aber noch viele weitere spannende Beiträge, etwa zum Tabuthema Prostitution in der DDR, den Vertreibungen in Thüringen durch Kreisverweise zwischen 1945 bis 1951, der Jazzszene in Jena der 1980er Jahre oder den Herausforderungen der Geschichtsvermittlung durch innovative Spieleformate. Eine Charakterskizze zu Eduard Rosenthal (1853–1826) des Autors Dietmar Ebert stellt den Juristen und Vater der Thüringer Landesverfassung prägnant und facettenreich vor. Das biografische Porträt des Jenaer Ehrenbürgers Rosenthal schildert dessen vielfältiges und weitsichtiges Wirken für die Stadt, wobei seine Bedeutung und Ausstrahlungskraft bis heute kaum bekannt sind. Seit 2007 besteht mit der Villa Rosenthal, unterhalb des Westbahnhofs gelegen, ein eindrucksvoller Veranstaltungs- und Erinnerungsort, zugleich eine Würdigung des engagierten Ehepaars Clara und Eduard Rosenthal.

 

 

Die neue Ausgabe 2/2017 der „Gerbergasse 18“ (Heft 83) ist ab sofort im Buchhandel und bei der Geschichtswerkstatt Jena erhältlich: http://www.geschichtswerkstatt-jena.de/index.php/kontakt