Geschichtsverbund Thüringen
Arbeitsgemeinschaft zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Neue Ausgabe der „Gerbergasse 18“ mit dem Schwerpunkt Sport erschienen

Die neue Ausgabe der Zeitschrift „Gerbergasse 18“ widmet sich dem populären Themenfeld Sport. Parallel zur momentan stattfindenden Fußball-Weltmeisterschaft blicken die Beiträge des Heftes vor allem auf das „Sportwunderland“ DDR und seine Folgen bis in die Gegenwart.

Vor 30 Jahren stand die DDR auf dem 2. Platz des Medaillenspiegels der Sommerspiele von Seoul. Hinter der Sowjetunion und vor den Vereinigten Staaten sammelte das kleine Land in Südkorea 102 mal Edelmetall im Vergleich zur Bundesrepublik mit „nur“ 40 Medaillen. Die 1990 endende deutsch-deutsche Sportkonkurrenz gehörte als Leitmotiv zur Teilungsgeschichte, weil sportliche Wettkämpfe stets als Duelle im Systemvergleich stilisiert und interpretiert wurden: Wer ist besser, wer ist dem anderen überlegen? Die Gegenfrage stellt sich für viele ehemalige Sportlerinnen und Sportler oft erst nach Jahrzehnten, wenn ihre Körper nicht mehr mitspielen: Wie hoch war der Preis? Zu diesen und weiteren Folgefragen an die Rolle des Sports sprechen Ines Geipel, Vorsitzende des Doping-Opfer-Hilfe e.V., und Harald Freyberger, Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Klartext in zwei lesenswerten Interviews.

Die weiteren Beiträge im Heft richten sich unter anderem auf den Städtevergleich zwischen Leipzig und Potsdam während der Friedlichen Revolution 1989, die Überwachung des Gesundheitswesens und der Arbeitsmedizin im Bezirk Magdeburg, die Biografie des vor 20 Jahren verstorbenen Musikers Gerulf Pannach sowie originelle Fundstücke aus dem Stasi-Unterlagenarchiv. Eine Filmrezension stellt das 1956 spielende „Das schweigende Klassenzimmer“ und die umstrittene Satire „The Death of Stalin“ als Beispiele für anregende Geschichte(n) im Film gegenüber. Ein kritischer Blick auf den mühsamen Prozess der historischen Aufarbeitung an der Hochschule für Musik in Weimar rundet die neue „Gerbergasse 18“ ab.