Geschichtsverbund Thüringen
Arbeitsgemeinschaft zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

»Bersch: Passion. Ein Bild ist nicht genug«

Der Fotograf Günter Bersch setzte Meilensteine der Fotokunst und der sozialen Fotoreportage. Dabei machte es für ihn keinen Unterschied ob er Sigmund Jähn, Gregor Gysi oder den Berliner Stadtstreicher Wolfgang Sisyphus Graubart vor der Linse hatte. Leise und analytisch entblättern seine Bilder die Realität hinter dem Abgelichteten. Dies gilt sowohl für seine Fotos zu Zeiten der DDR, wo er als Hausfotograf der »Für Dich« den realen Sozialismus ablichtete, wie auch für die Zeiten des Umbruchs und Neuaufbaus nach 1990.
Bersch war ein von Leidenschaft für seine Arbeit Getriebener. Er eckte an, bewahrte Haltung und lotete die Möglichkeiten als Illustriertenfotograf in der DDR aus. Er suchte nach starken Charakteren und einer Heimat, die es sich zu fotografieren lohnt. Dabei arbeitete er bevorzugt in Schwarzweiß: anfangs mit Praktika, später mit Leica aber stets mit kurzer Brennweite. So kam er den Menschen nahe und hielt doch Distanz. Es entstanden wahrhaftige Bilder, die bis heute nichts von ihrer Wirkung verloren haben.
 

Zu seinem 10. Todestag erstellte die Stiftung Ettersberg in der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße zusammen mit dem Eisenacher Fotograf, Galerist und Kurator der Ausstellung, Ulrich Kneise, eine umfassende Retrospektive des Lebenswerkes von Günter Bersch.
 
Die Ausstellung konnte mit finanzieller Unterstützung der Bundestiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Sparkassen Kulturstiftung Hessen-Thüringen realisiert werden.
 
Zur Ausstellungseröffnung ist auch der Bildband »BERSCH:PASSION« erschienen. Dieser kann im Buchhandel oder in der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße erworben werden.
 
Weitere Informationen zur Ausstellung und zum Bildband finden sich hier: http://www.bersch-passion.de/ausstellung/.