Geschichtsverbund Thüringen
Arbeitsgemeinschaft zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

»Einen Schmetterling habe ich hier nicht gesehen«

Im Juni 1942 verfasste Pavel Friedmann im Ghetto Theresienstadt das Gedicht »Motyl« – der Schmetterling. Es ist der Versuch, sich das Geistige und Schöne im Inneren zu bewahren, es gegen die Grausamkeit der Realität abzuschirmen. Das Gedicht, das Schreiben an sich, war ein letzter Halt für Menschen, die sich während der Gefangenschaft durch das NS-Regime, die SED-Diktatur oder das Apartheitsregime in Südafrika wenigstens in ihren Gedanken ein Stück Widerstand und Freiheit bewahren wollten. Eine vierzehnköpfige Künstlergruppe aus Germering nahe München hat es sich unter der Leitung von Constanze Wagner für anderthalb Jahre zur Aufgabe gemacht, diese Erfahrungen von Todesangst, Gewalt und Willkür in diktatorischen Systemen künstlerisch umzusetzen.
 

Als Grundlage für die unterschiedlichen Arbeiten, die jetzt in der Ausstellung zu sehen sind, dienten Gedichte und Texte ehemaliger Häftlinge. Dabei stellen die Bilder und Installationen die Gefühlswelt der Künstlerinnen und Künstler dar, die selbst keine Zeitzeugen sind.
 

Die Ausstellung kann vom 26. Januar 2017 bis zum 25. April 2017 während der Öffnungszeiten im Souterrain der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße besichtigt werden.
 

Die ausstellenden Küstler und Künslerinnen sind:
 
Piet Aaron
Christine Bader
Angelika Brach
Bernhard Dreyer
Gunter Ebelt
Ursula Gräf
Christine Greil
Waltraud Kapfhammer
Anke Pfaundler-Spiegel
Gabriele Proissl
Caroline Rösner
Gudrun Ryssel
Constanze Wagner
Lutz Walczok

 
mit freundlicher Unterstützung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft e.V.