Geschichtsverbund Thüringen
Arbeitsgemeinschaft zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

»Der große Terror 1937-38«

1937/38 fordert der stalinistische Terror 1,5 Millionen Opfer. Während der 15 Monate des »Großen Terrors« wurden 750.000 Sowjetbürger nach Schauprozessen sofort hingerichtet, das sind 50.000 pro Monat oder 1.600 jeden Tag. Der polnische Fotograf und Journalist Tomasz Kizny hat Tausende von Bildern der Geheimpolizei NKWD in russischen Archiven entdeckt, darunter auch die Bilder der Opfer des stalinistischen Terrors. Entsprechend spiegeln sich bei den Aufnahmen in den Augen der Menschen Angst, Misstrauen, Ohnmacht, Verzweiflung, Aufruhr, Unverständnis. Es sind die letzten Lebenszeichen der Todgeweihten.
 

Mit seiner Ausstellung erinnert Kizny an das Schicksal von zahllosen Menschen, die spurlos verschwanden. Neben den Fotografien lässt er auch die betroffenen Familien zu Wort kommen. Eine Projektion zeigt Bilder, die Tomasz Kizny von 40 geheimen Hinrichtungsstätten und Massengräbern in Russland, der Ukraine und Weißrussland aufgenommen hat.
 

Gefördert wurde die Ausstellung durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und die Gerda Henkel Stiftung, in Kooperation mit dem Wissenschaftskolleg zu Berlin und der Internationalen Gesellschaft MEMORIAL.
 

Die Ausstellung ist Teil der Veranstaltungsreihe »Das Sowjetische Jahrhundert« der Stiftung Ettersberg, die mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert wird.