Geschichtsverbund Thüringen
Arbeitsgemeinschaft zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Begrüßungscontainer – Über Flüchten und Ankommen

Der Verein Gedenkstätte Amthordurchgang e.V. zeigt vom 29. August 2017 bis zum 3. September die Ausstellung „Begrüßungsgeld – Über Flüchten und Ankommen“ von Hans Ferenz auf der Freifläche vor dem Kultur- und Kongresszentrum in Gera. Die Eröffnung der Wanderausstellung findet am 28. August 2017, 17 Uhr statt. Der Künstler wird anwesend sein. Die Ausstellung hat unter der Woche von 12.00 bis 17.00 Uhr geöffnet, am Wochenende zwischen 11.00 und 15.00 Uhr.

 

Die Ausstellung „Begrüßungsgeld – Über Flüchten und Ankommen“ ist in einem Container untergebracht, der von außen an einen der provisorischen Auszahlungsschalter für Begrüßungsgeld kurz nach der Wiedervereinigung erinnert. Die Ausstellung selbst zeigt Dokumentarfotos, montiert zwischen Leisten, die an Gitterstäbe erinnern. Auf ihnen sind Fluchtszenen von DDR-BürgerInnen aus der Zeit von 1962 bis 1989 zu sehen. Gegenüber hängen aktuelle Fotografien über Fluchtsituationen von Flüchtenden aus Syrien und Afrika. Die Motive ähneln sich bis zur Spiegelbildlichkeit. Die Ausstellung lief u.a. bereits sehr erfolgreich in Saalfeld und Erfurt.

 

Während des Ausstellungszeitraumes plant die Gedenkstätte Amthordurchgang ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm.

So wird am Mittwoch, dem 30. August 2017, ab 13 Uhr der Geraer Künstler Alexander Neugebauer mit Passanten das Experiment „Drawing Resistance“ durchführen. Das Zeichnen auf Papier wird hierbei durch einen Widerstand behindert, beispielsweise durch einen Stock an den ein Stift angebracht ist. Dieses Hindernis erschwert es, ein im Kopf ausgedachtes Motiv tatsächlich zu zeichnen. Eine banale Handlung wird so zur Herausforderung. Eine Erfahrung, die viele Migranten in einer neuen Umgebung machen.

 

Am Donnerstag, dem 31.August 2017 stellt sich Mohamed Oussafi den Fragen interessierter Passanten zum Thema „Ankommen in Gera“. Der gebürtige Tunesier lebt seit sehr vielen Jahren in Gera, spricht fließend Arabisch, Deutsch, Englisch und Französisch. Er ist Ansprechpartner für viele Geflüchtete, die in den letzten Jahren neu nach Gera kamen und kann über deren Situation fundiert und eindrücklich berichten.

 

Matthias Wagner vom Stadtmuseum Gera bietet am Sonntag, dem 3. September 2017 eine Sonderführung durch die Ausstellung „Fremde in der Heimat – Heimat in der Fremde? Aufbruch und Ankommen aus acht Jahrhunderten“ an. Die Ausstellung wirft ein besonderes Schlaglicht auf Migrationsgeschichte(n) aus der Region. Treffpunkt ist um 14 Uhr am Begrüßungsgeld-Container vor dem KuK.

 

Die Gedenkstätte Amthordurchgang e.V. zeigt die Ausstellung „Begrüßungsgeld“ mit der Unterstützung der Thüringer Staatskanzlei, der Stadt Gera, sowie der Initiativgruppe zur Gestaltung der Neuen Mitte Gera.

 

Termine:

Montag, 28.08.2017, 17 Uhr: Ausstellungseröffnung mit Hans Ferenz

Mittwoch, 30.08.2017, 13 – 14.30 Uhr: Kunstaktion „Drawing Resistance“ (Zeichnen mit Widerstand) mit Alexander Neugebauer

Donnerstag, 31.08.2017, 15.30 – 17 Uhr: Offenes Gespräch mit Geflüchtetenberater Mohamed Oussaifi zum Thema „Ankommen in Gera“

Sonntag, 03.09.2017, 14 Uhr: Sonderführung durch die Ausstellung des Stadtmuseums „Fremde in der Heimat – Heimat in der Fremde? Aufbruch und Ankommen aus acht Jahrhunderten“ mit Matthias Wagner – TREFFPUNKT am Container

 

DER EINTRITT IST WIE IMMER FREI!