Geschichtsverbund Thüringen
Arbeitsgemeinschaft zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Ausgabe 1/2017 der Zeitschrift »Gerbergasse 18« mit Schwerpunkt „Umwelt“ erschienen

Was verrät der Umgang mit der Umwelt über eine Gesellschaft? Mit der neuen Ausgabe der Zeitschrift „Gerbergasse 18“ wird diese Frage auf vielfältige Weise in den Mittelpunkt gerückt. Dabei verbinden sich ganz unterschiedliche Ausgangspunkte und Perspektiven miteinander: Von der Herausbildung kleinerer Umweltgruppen im kirchlichen Raum bis zur Entstehung einer unabhängigen Umweltbewegung in der späten DDR, als Verschmutzung, Vergiftung und Vertuschung von massiver Umweltzerstörung zum Alltag gehörte; von der Gründung einer „Sektion DDR“ innerhalb der damals jungen Partei „Die Grünen“ bis zur Genese einer Umwelt-Bibliothek in Ost-Berlin Mitte der 1980er Jahre. Dass die Diskussion zum Verhältnis zwischen Natur- und Geschichtserbe am Grünen Band – dem renaturierten Geländestreifen und Erinnerungsraum der deutsch-deutschen Teilung – zukunftsweisend ist, wird mit zwei prägnanten Standpunkten dokumentiert.

 

In den Rubriken Zeitgeschichte und Zeitgeschehen/Diskussion geht es um die Überwachung von ausländischen Militärs bei der NVA, den privaten Brief als historische Quelle und um eine Tagung zu Ehren des Schriftstellers Jürgen Fuchs. Über die Folgen von politisierter Medizin durch Zwangseinweisungen in geschlossene Venerologische Stationen informiert ein Beitrag von Florian Steger und Maximilian Schochow. Bis heute leiden betroffene Frauen an Traumatisierungen, die durch eine transgenerationale Weitergabe und erlittene Spätfolgen geprägt sind.

 

Die neue Ausgabe 1/2017 der „Gerbergasse 18“ (Heft 82) ist ab sofort im Buchhandel und bei der Geschichtswerkstatt Jena erhältlich.